Am
Samstag, 23.Juni, kurz nach 17:00 Uhr verstarb unser langjähriges
Mitglied Patriz Füg in Tübingen. In die dortige onkologische Einrichtung
wurde Patriz vor einigen Wochen übergeben. Hier wollte man Patriz auf
eine Stammzellentransplantation vorbereiten. So weit kam es aber dann nicht,
da die Werte von Patriz nicht den Richtlinien entsprachen. In den weiteren
Tagen war es so das seine Vitalfunktionen weiter langsam
abgebaut haben. Dieser Vorgang konnte nun nicht mehr gestoppt werden.
Patriz verlor nach nun fast 18 monatigen Krankheitsverlauf den Kampf
und verstarb im Kreise seiner Familie und seines besten Freundes.
Hoffnungen, Gebete und Wünsche blieben ungehört. Zu hoffen ist nun
wenigstens das der Familie die Zeit gegeben werden kann gebührend
lange um Patriz zu trauen. Das sie festen Halt sich gegenseitig geben kann
und auch besonders von außen Ihr gegeben wird .
Am Mittwoch wurde Patriz in seinem Heimatdorf Granterath beigesetzt.
Abschiedsgedanken,
Abschiedserinnerungen:
an
Patriz Füg
(08.08.1989 -
23.06.2007)
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde
Die Erde war noch leer und öde, Dunkel
bedeckte sie und wogendes Wasser,
und über den Fluten schwebte Gottes Geist.
Da sprach Gott >Licht entstehe!< und das
Licht strahlte auf.
Und Gott sah das Licht an: Es war gut
Am Anfang steht also das Licht, das Licht was
Gott hier auf Erden als erstes schuf. Es ist auch das Licht was ein gerade
Neugeborenes umgibt wenn es zum ersten Mal seine Augen öffnet, während es
mit seinem ersten Atemzug ringt und seine ersten Laute von sich gibt. Schon
hier verbindet sich das göttliche Band in einem unsichtbaren Verbund mit
seiner Mutter. Da hält man nun dieses kleine Etwas in seinen Händen was zu
gleich tief in einem die Instinkte weckt sich ewig um dieses Kleine zu
sorgen. Unter dieser stetigen Liebe wächst man nun heran Dann kommt der
Punkt wo man seine ersten eigenen Wege geht und vor allem die Wege anderer
Menschen kreuzt.
Und so kreuzten sich auch unsere Wege.
Da stand er nun eines Nachmittags vor mir auf dem Trainingsplatz. 9 oder 10
Jahre wird er gewesen sein. Auch schon da war er zu groß für sein Alter.
Mit diesen dünnen langen Beinen und Armen sahen seine Bewegungen damals und
auch noch Jahre später teils sehr unkoordiniert aus und ließen einen als
Trainer manchmal auch ein wenig verzweifeln. Als dann aber zum Wachstum
langsam die Muskelkraft dazu kam wurde es stetig immer ansehnlicher und so
hatte er im Jahre 2005 seine erste richtig gute Saison gehabt auf der
wir dann mutig einige große weitere Ziele für die nächsten Jahre anvisieren
wollten
Auf diese Aufgabe hatte ich mich sehr gefreut
da es Spaß machte mit dir zu arbeiten. Du warst zwar auch ein Junge der ab
und zu seine Launen hatte der ganz sicher nicht geschliffen war, überall gab
es bei dir Ecken und Kannten aber sie waren immer nachvollziehbar und
intelligent verpackt was nicht jeder merkte. Mit dir die Zeit zu verbringen
war für mich immer schön, nie langweilig und doch immer relaxt, die
Gespräche bunt gemischt, ideenreich - voller Ruhe - fast harmonisch, dazu
loyal und treu. Hier traf eine leuchtende violett-grüne Aura auf eine
leuchtende rot-gelbe Aura, die so eine sehr liebe und ausgeglichene
Verbundenheit ermöglichte. Wir wollten mal einige kleine Berge hoch wandern
und es einfach nur genießen dabei Zeit verstreichen zu lassen.
Als dann so unerwartet diese Diagnose kam
begleitete mich ab diesem Zeitpunkt ein ständig wachsendes ungutes Gefühl,
was mich über diese 18 Monate auch nur selten verließ, auch deswegen, weil
die frei gewählten Richtungen unseres Glaubens unsere Wege nicht
zusammenführen ließen.
Du
sehntest dich so sehr nach Hilfe die dich gesundet, jedoch die irdischen
Götter haben dir nie geholfen. Dein Herz hat lange, lange durchgehalten doch
den ganzen Giften konnte es nicht mehr standhalten. Es entschied sich nun
nicht mehr weiter zuschlagen. Den letzten Herzschlag, den letzten Atemzug,
den wirst du schon nicht mehr erlebt haben da warst du schon auf deinem
Weg. Das Licht Patriz, ist leider hier für dich schon erloschen. Die Stimmen
der anderen Seite waren zu laut, deine Seele entschied sich instinktiv
richtig ihnen zu folgen. Hier auf dieser Erde sah Gott dich und hatte
erbarmen und entschied sich dich von deinen unvorstellbaren Schmerzen und
Peinigern zu erlösen und blickt mit Unverständnis und Grauen auf all deren
Untaten herab. Alle Menschen die sich von dir Freundschaft, Tatkraft und
Liebe wünschten, werden jetzt Kälte und Leere empfinden.
Zwar wird auch weiterhin die Kraft der Sonne das Licht und die Wärme auf
unsere Erde bringen aber nicht mehr jedem Menschen wird es das Herz erwärmen
können. Es wird obwohl es stetig schlägt und den Körper am Leben hält in ihm
große Teile ewig kalt bleiben
Ich habe zwar auch erkannt das keine
Lebenszeit und mag sie noch so kurz sein umsonst ist. Ich habe viele schöne
Momente mit dir genossen und bin so dankbar darüber dies erlebt haben zu
dürfen aber bin so unendlich maßlos tief, tief traurig darüber das nichts
mehr folgen kann.
>Nur Gott kann mit einem Hauch Leben verteilen:
Wir hier auf der Erde sind alle nur einfachste Menschen<
Wenn es das Schicksal gut mit uns meint und wir achtsam sind und vor allem
ewig weiter lernen wird es allerdings einige Zeit dauern bis wir dich wieder
sehen können. Wenn wir dann alt und grau sind und uns nun dieser bestimmte
Tag heimgesucht hat und wir dich jungen Spund dort oben besuchen können
wirst du uns erst gar nicht erkennen können aber keine Sorge dein so – so –
so junges Gesicht haben wir nie vergessen und werden dich überall finden.
Mach es gut in dieser fremden Welt die du
jetzt, getrennt von uns allen, dein Zuhause nennst. Suche nach
Gerechtigkeit, Wissen und Weisheit die du dort endlich wieder erfahren
kannst.
Ich denk an dich – solange ich bin - und darüber hinaus
Roderich
Bohnen (letzter und langjähriger Trainer)
März 2007
Typisierungstag für Patriz
10:00 - 16:00Uhr, Cusanus Gymnasium Erkelenz
Der erste Schritt ist getan, die
Typisierungsveranstaltung haben wir nun hinter uns gebracht.
Unter der Leitung der DKMS und mit tatkräftiger Unterstützung
unserer Leichtathletikabteilung des TV Erkelenz fand diese
Veranstaltung im Atrium des Cusanus Gymnasium statt. Noch
bevor die Veranstaltung begann konnten wir nicht ganz ohne Stotz
und Freude verkündigen das die Spendensumme besonders in den
letzten Tagen kräftig gestiegen ist und nun bei knapp über
60.000Euro lag. Immerhin, so hatten wir berechnet, reicht diese
Summe für 1.200 Typisierungen und mindestens so viele Spender
hatten wir nun gehofft auch heute begrüßen zu können. Um 10 Uhr
sollte die Aktion beginnen, da aber die Einweisung der DKMS an
alle Helfer zügig, straff und professionell abgehalten wurde und
sich schon einige Personen im Atrium eingefunden hatten war der
erste Spender schon um genau 9:56Uhr mit allem durch. Und so
lief es nun im Grunde die ganzen Stunden hindurch. Die beiden
Hauptbereiche, also Aufnahme der Personalien und Blutabnahme
waren stets voll besetzt und so kletterte die Zahl der Spender
unaufhaltsam. Die 1.000 haben wir so kurz vor 13:00 Uhr voll
gehabt. Dann waren es 1.200, 1.500 und schließlich um 16:00 Uhr
sind es dann 1.895 geworden. Eine, wie wir finden, hohe Zahl da
gerade im Erkelenzer Land schon einige dieser Aktionen in den
letzten Jahren sehr erfolgreich liefen und dadurch die
Typisierungsrate schon hoch liegen musste. Diese hohe Zahl
bedeutet nun weiter: da wir 1.200 Blutspenden sofort bezahlen
konnten klaffte nun erstmal eine Lücke von ca. 700 Typisierungen
= 35.000 Euro. Dieser (Fehl-) Betrag wurde aber gleich
wieder um eine ganze Ecke geringer als wir die Spendengelder
dieses Tages zusammengezählt hatten. Immerhin kamen dabei sage
und schreibe etwas über 17.900 Euro zusammen. So wurde nicht nur
viel Blut sonder auch noch eine Menge Geld hier gespendet. Die
restliche Differenz hoffen wir noch durch einige Aktionen die
noch anstehen und auf das hoffen der Spendenbereitschaft unserer
heimischen Anwohner auch noch decken zu können.
In den nächsten Tagen und Wochen wird nun das ganze Blut
schnellst möglichst durch die DKMS bzw. im Auftrag der DKMS
bestimmt (typisiert). Nun heißt es erstmal warten und hoffen das
doch irgendetwas dabei ist mit dem man Patriz helfen kann.
Bedanken möchten wir uns bei allen
Helfern die diese Veranstaltung unterstützt und erst möglich
gemacht haben und natürlich bei allen spendewilligen Personen
die diese Situation richtig erkannt haben und dies nun zum
Anlass nahmen zu helfen.
Hier gibt es einige Bilder vom
Typisierungstag
Februar 2007
HILFE FÜR PATRIZ
Vor ziemlich genau einem Jahr, so Mitte Januar 2006, erfuhr ich
und der Verein das unserer Athlet Patriz Füg an Leukämie (ALL) erkrankt ist.
Nach diesem großen Schock der uns alle traf war ich dankbar das ich
die Möglichkeit hatte ihn noch am selben Tag im Aachener Klinikum zu
besuchen. Dort fand ich gegen meine Erwartungen einen sehr gut
aufgelegten, hoffnungsvollen und lebensfrohen Patienten vor. Auch war ich
überrascht wie straff und konsequent von der Ärzteschaft der vorliegende
Behandlungsrahmen schon recht detailliert ausgearbeitet vorlag. Das ging
dann alles so schnell das man gar keine Zeit hatte sich der Dinge so richtig
bewusst zu werden, da halt mit hohem Tempo behandelt wurde und schon einige
Tage später bei Patriz mit der Chemotherapie angefangen werden sollte und
auch begann. Natürlich macht man sich schlau über diese Krankheit und sucht
überall nach Informationen und gerade diese gaben einem Hoffnung das alles
im Guten endet.
Allerdings wie sich jetzt jeder Denken kann wurde diese Hoffnung nicht
erfüllt. Nach fast genau einem Jahr (davon 10 Monate im Krankenhaus)
härtester Therapie haben es die Ärzte nicht geschafft bei Patriz eine
Heilung einzuleiten. Diese harte Diagnose wurde in den letzten Tagen des
Jahres 2006 bekannt mit der gleichzeitigen Erklärung das nun nur noch eine
Stammzellentransplantation helfen kann.
Für mich kaum fassbar ist das Patriz dennoch die Kraft aufbringt trotz des
herben Rückschlages weiterhin fest an eine Heilung zu glauben und auch
bereit ist diesen extremen Weg einer Transplantation einzuschlagen. Die
liebe zum Leben ist Gott sei Dank in ihm noch nicht erloschen und er macht
den Eindruck das er auch weiterhin klaglos die schwersten und
schmerzhaftesten Maßnahmen gegen seinen Körper dulden wird.
Ein weiters sehr großes Problem stellte sich nun wenige Tage später ein. Es
gibt leider keinen geeigneten Spender für Patriz in all den Datenbanken
weltweit. Seit dem dies bekannt ist haben wir uns sofort dazu entschlossen
große Teile der logistischen Aufgaben und Probleme in unsere Hand zu nehmen
um nun die nächsten Schritte einzuleiten. Diese bestehen im Endeffekt ja aus
zwei Dingen,
und zwar:
die suche nach einem passenden
Stammzellenspender
+ das aufbringen von Geldern für die so genannte
Typisierung (siehe Flugblatt: Hilfe für Patriz, linker Rand)
Für sonstige Fragen stehen bereit:
Nikola Musch
02431/ 77519
Roderich Bohnen
02431/ 77684
E-mail:
bohnenroderich@web.de
Christiane Küppers
02462/ 908500 E-mail:
coenen.kueppers@t-online.de
DKMS
Kreissparkasse Heinsberg
Konto: 14 01 93 73 29
BLZ: 312 512 20
Verweisen möchte ich auch schon mal auf eine Homepage die auf
Eigeninitiative durch Bernd Bodens entstanden ist.
http://www.bodens.eu
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Patriz Füg
08.08.1989
mehr über Patriz: siehe "Steckbriefe"
 Hier
besuchte uns Patriz bei einem seiner raren
freien Tage während der KM im Mai´06
Unten: Ein Jahr zuvor selbst aktiv
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Geborgen bei Gott
Der Herr ist mein Licht, er befreit mich und hilft mir; darum habe ich keine Angst. Bei ihm bin ich sicher wie in einer Burg; darum zittere ich vor niemand. Wenn meine Feinde mich bedrängen, wenn sie mir voller Haß ans Leben wollen, dann stürzen sie und richten sich zugrunde. Mag ein ganzes Herr mich umzingeln, ich habe keine Angst. Auch wenn es zum Kampf kommt: ich vertraue auf ihn
(AT; David Psalm 27,1.Abs.)
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